KI im Autohaus einführen: Welche Software wofür und wie Sie starten
Welche KI-Software es für Autohäuser gibt, worauf Sie bei der Auswahl achten und wie Sie in fünf Schritten starten, von Telefon bis Lead-Management.

„Wir sollten mal was mit KI machen“ ist schnell gesagt. Schwieriger wird es bei der Frage, wo man anfängt. Dieser Ratgeber sortiert, welche Arten von KI-Software es für Autohäuser und Kfz-Werkstätten gibt, worauf Sie bei der Auswahl achten sollten und wie Sie in fünf Schritten starten, ohne den Betrieb auf den Kopf zu stellen.
Wir sind selbst Anbieter: RUND Automotive entwickelt Kurt, einen digitalen Mitarbeiter für Telefon, WhatsApp und E-Mail. Deshalb ordnen wir Kurt in der Übersicht offen ein und nennen für jede Kategorie auch andere Anbieter, jeweils mit Link und Stand-Datum. Eine Rangliste ist das nicht.
Welche KI-Software es für Autohäuser gibt
Statt nach „der besten KI“ zu suchen, hilft ein Blick auf die Aufgaben. Die Beispiele unten beschreiben wir so, wie die Anbieter es auf ihren eigenen Seiten tun. Funktionen und Preise ändern sich, prüfen Sie deshalb immer den aktuellen Stand beim Anbieter.
Telefon-KI und KI-Telefonassistent
Nimmt Anrufe an, beantwortet Standardfragen, bucht Termine und leitet weiter, was ein Mensch klären muss. Beispiele: fonio (KI-Telefonassistent für Autowerkstätten) und Placetel AI (KI-Telefonassistent für Autohäuser, u. a. für Probefahrt-Anfragen und Werkstatttermine), Stand: 04.11.2026. Kurt nimmt Anrufe rund um die Uhr an und bucht Termine direkt im angebundenen Werkstattplaner.
WhatsApp und Messenger
Beantwortet Nachrichten, bucht Termine im Chat und hält den Verlauf für das Team in einem gemeinsamen Posteingang. Beispiel: Superchat (WhatsApp für Autohäuser, laut Anbieter mit KI-Agent im Professional-Paket), Stand: 04.11.2026. Kurt beantwortet WhatsApp-Nachrichten, bucht Termine und übergibt an Ihr Team, wenn ein Mensch gefragt ist.
Sortiert das Postfach, erkennt Anliegen und bereitet Antworten vor. Beispiel: AutoCRM (CRM für Autohäuser, laut Anbieter optional mit KI-E-Mail-Assistent), Stand: 04.11.2026. Kurt liest im angebundenen Postfach mit, ordnet Anfragen zu und entwirft Antworten, die Ihr Team prüft und versendet. Portal-Anfragen, etwa von mobile.de oder AutoScout24, kommen dabei über das Postfach herein.
Lead-Management
Bündelt Verkaufsanfragen aus allen Quellen und verteilt sie an die zuständigen Verkäufer. Beispiele: AutoCRM (Lead-Management und Controlling für den Vertrieb im Autohaus) und DealerDesk (CRM für Autohäuser, bündelt Anfragen aus E-Mail, Anruf, Social Media und Portalen), Stand: 04.11.2026. Nicht jede dieser Lösungen arbeitet mit KI. Kurt sitzt vor dem CRM: Er nimmt die Anfrage auf, qualifiziert vor und übergibt sie mit Kontext. Mehr dazu im nächsten Abschnitt.
Bewertung und Ankauf
Hilft bei Inzahlungnahme, Schadenprüfung und Restwerten. Beispiele: Tchek (KI-gestützte Fahrzeuginspektion, laut Anbieter u. a. zur Schadenprüfung bei der Inzahlungnahme) und SilverDAT von der DAT (Software zum Bewerten von Fahrzeugen und Ermitteln von Restwerten), Stand: 04.11.2026. Diesen Bereich deckt Kurt nicht ab.
Marketing und Fahrzeuginserate
Erstellt Fahrzeugbeschreibungen, optimiert Fotos und Inserate oder steuert Kampagnen. Beispiele: SmartInserieren von AutoScout24 (laut Pressemitteilung vom 10.06.2026 prüft die KI Inserate auf fehlende Angaben, schreibt Fahrzeugbeschreibungen und bewertet den Preis anhand von Marktdaten) und MotorK (KI-gestützte Plattform für Website, CRM und Kampagnen von Autohäusern), Stand: 04.11.2026.
DMS-nahe Automatisierung
Automatisiert Abläufe direkt am Dealer-Management-System, etwa Terminbuchung, Angebotserinnerungen oder Antworten auf Bewertungen. Beispiel: Nextlane, dessen Digital Dealership Solutions laut Anbieter u. a. automatisierte Angebotserinnerungen und E-Mail-Kampagnen sowie eine mit dem DMS verbundene Online-Terminbuchung umfassen, Stand: 04.11.2026. Kurt ist kein DMS, sondern arbeitet über eine Schnittstelle mit Ihrem Werkstattplaner oder DMS zusammen, bei Nextlane (eCaros) etwa für die Terminbuchung.
Worauf Sie bei der Auswahl achten sollten
- Passt die Software zur Aufgabe? Eine Telefon-KI, die keine Termine buchen kann, nimmt nur Nachrichten auf.
- Arbeitet sie mit Ihren Systemen? Lassen Sie sich eine Testbuchung in Ihrem eigenen Werkstattplaner oder DMS zeigen.
- Kennt sie die Abläufe im Kfz-Betrieb, etwa Reifenwechsel, HU, Statusfragen oder Probefahrten?
- Ist der Datenschutz geklärt? Fragen Sie nach Auftragsverarbeitung, Serverstandort und Löschfristen.
- Wer betreut Sie nach dem Start, und wie schnell werden Änderungen umgesetzt?
Woran Sie eine echte Terminbuchung im Werkstattplaner erkennen, steht in unserem Ratgeber Welche Telefon-KI bucht Termine direkt im Werkstattplaner? Was die DSGVO bei KI im Kundenkontakt verlangt, erklärt unser Beitrag zu Rechtsgrundlage, Auftragsverarbeitung und Löschfristen.
Lead-Management mit KI
Lead-Management heißt: Jede Verkaufsanfrage wird erfasst, landet beim richtigen Verkäufer und bekommt einen nächsten Schritt. Im Alltag scheitert das selten am CRM, sondern daran, dass Anfragen über viele Wege hereinkommen, per Anruf, WhatsApp, E-Mail oder Fahrzeugbörse, und nicht alle sofort jemand aufnimmt.
KI hilft vor allem am Anfang dieser Kette: Sie nimmt die Anfrage an, wenn gerade niemand frei ist, fragt die wichtigen Angaben ab und gibt den Lead mit Kontext weiter. Darauf sollten Sie achten:
- Alle Kanäle in einem Eingang: Telefon, WhatsApp, E-Mail und Portal-Anfragen, die per Mail kommen.
- Vorqualifizierung: Fahrzeuginteresse, Finanzierung oder Leasing, Inzahlungnahme und Zeitrahmen.
- Zuordnung nach Anliegen, Standort oder Marke, damit der Lead beim richtigen Team landet.
- Übergabe ins CRM: direkt über eine Schnittstelle oder als strukturierte E-Mail. Fragen Sie, was bei Ihrem System möglich ist.
- Klare Grenzen: Beratung und Verhandlung bleiben bei Ihren Verkäufern.
So passt Kurt hinein: Er bündelt Anfragen aus Telefon, WhatsApp und E-Mail im gemeinsamen Posteingang, erfasst Kaufwünsche und übergibt die Anfrage mit Gesprächszusammenfassung an den zuständigen Verkauf. Bei passender Kalenderanbindung vereinbart er auch Probefahrten. Kurt ersetzt Ihr CRM nicht. Leads gehen an AutoCRM und an DealerDesk, an DealerDesk per strukturierter E-Mail. Automatisches Nachfassen gehört nicht zum gezeigten Ablauf. Mehr auf unserer Seite zum KI-Lead-Management.
Ein Beispiel aus der Praxis: Bei Schmolck nimmt Kurt Anrufe im Überlauf an, bucht Werkstatttermine und leitet Verkaufs- und Probefahrtanfragen direkt an das richtige Team weiter.
KI im Autohaus in 5 Schritten einführen
Die Reihenfolge ist wichtiger als das Werkzeug. Wer mit einem klar abgegrenzten Bereich anfängt, sieht schnell, ob es funktioniert, und überfordert das Team nicht.
1. Ziel festlegen
Formulieren Sie, was besser werden soll, und zwar messbar: weniger verpasste Anrufe am Vormittag, schnellere Antworten auf WhatsApp, keine liegen gebliebenen Verkaufsanfragen. Für das Telefon ist die Anrufliste Ihrer Telefonanlage über zwei normale Wochen ein guter Ausgangspunkt. Zur Einordnung: In unserer Auswertung von 43.704 Anrufen an 257 Kfz-Standorten im Juni 2026 fielen 41,5 Prozent der Werktagsanrufe zwischen 8 und 12 Uhr an, genau dann, wenn in der Werkstatt am meisten los ist.
2. Einen Bereich wählen
Fangen Sie mit einem Kanal und wenigen, klaren Aufgaben an. Für die meisten Betriebe ist das das Telefon mit Terminannahme, Rückrufbitten und Weiterleitungen. Dort fällt viel Routine an, und der Effekt lässt sich gut messen. WhatsApp, E-Mail oder Lead-Management kommen später dazu.
3. Systeme klären
Prüfen Sie, mit welchen Systemen die KI zusammenarbeiten muss: Telefonanlage, Werkstattplaner, DMS, CRM, Kalender. Für Kurt gilt: Ihre Nummer und Ihre Telefonanlage bleiben, angebunden wird per Rufumleitung. Termine bucht Kurt direkt in SFK Bücher, Nextlane (eCaros) und repareo, über repareo auch in zeitmechanik, außerdem in soft-nrg, TyreLine, Microsoft Outlook und Google Kalender. Den aktuellen Stand je System zeigt unsere Integrationsübersicht. Ist Ihr System nicht dabei, kann eine Anrufannahme mit dokumentierter Rückrufbitte der erste Schritt sein.
4. Team einbinden
Legen Sie gemeinsam fest, welche Anliegen die KI selbst erledigt, wer Weiterleitungen und Rückrufbitten bekommt und wer Regeln ändern darf. Sagen Sie Ihrem Team früh, wofür die KI da ist: Sie nimmt Routine ab, damit mehr Zeit für Kunden vor Ort bleibt. Schmolck hat Kurt zum Start den eigenen Kunden als neuen Mitarbeiter vorgestellt. In einer Autohausgruppe bewährt sich ein Pilotstandort, an dem Zuständigkeiten nach Standort und Abteilung festgelegt werden.
5. Messen und ausweiten
Schauen Sie nach den ersten Wochen auf dieselben Zahlen wie vorher: angenommene Anrufe, direkt erledigte Anliegen, gebuchte Termine, Weiterleitungen an Ihr Team. Zur Orientierung: In unseren eigenen Daten aus Juni und Juli 2026 wurden 48,4 Prozent aller eingehenden Anrufe im Gespräch abschließend bearbeitet, weitere 10,7 Prozent gingen gezielt an einen Menschen im Betrieb. In den Gesprächen mit geäußertem Anliegen war die Statusfrage die häufigste Kategorie, mit 10,5 Prozent. Erst wenn der erste Bereich läuft, nehmen Sie den nächsten Kanal oder Standort dazu.
Wie kompliziert ist das wirklich?
Ehrliche Antwort: Die Technik ist meist der kleinere Teil. Beim KI-Telefonassistenten brauchen Sie weder eine neue Nummer noch eine neue Telefonanlage. Die Rufumleitung richten Sie beim Telefonanbieter, im Router oder in der Telefonanlage ein, die Konfiguration von Kurt übernehmen wir gemeinsam mit Ihnen.
Den meisten Aufwand macht die Frage, was die KI übernehmen soll: welche Anliegen, welche Öffnungszeiten, welche Weiterleitungen. Typischerweise ist Kurt nach etwa einer Woche live. Eine Einrichtung in unter einer Stunde ist möglich. Wird ein Werkstattplaner oder DMS angebunden, liegen Sie eher bei der Woche. Den konkreten Zeitplan für Ihren Betrieb besprechen wir im ersten Gespräch.
Wie ein schrittweiser Start aussehen kann, zeigt Schmolck: Mitte Januar 2026 Kurt kennengelernt, am 1. Februar mit einem Standort gestartet, im März den zweiten dazugenommen. Heute läuft Kurt an allen vier Standorten. Wer erst ausprobieren möchte: Wir bieten einen kostenlosen Pilot von 7 bis 14 Tagen an, in dem Sie Kurt live mit echten Leads einsetzen können.
Die einzelnen Schritte bis zum ersten Anruf, inklusive Rufumleitung bei gängigen Anbietern, stehen in unserer Anleitung KI-Telefonassistent einrichten. Wie die Einführung mit unserem Team abläuft, beschreibt der Beitrag Wie lange dauert die Einführung von Kurt? Was KI im Autohaus kostet, steht in unserem Kosten-Ratgeber.

